Inklusion

# Innovation

# Freude am Theater

# Neue kreative Impulse

Sascha von Donat (Künstlerischer Leiter) mit seiner Schwester Corinna

EINE PERSÖNLICHE ANGELEGENHEIT

Immer häufiger kommt es vor, dass ich um Rat gefragt werde, wenn es um Theater mit Behinderten oder Musik mit Behinderten geht – kurz gesagt um „Inklusion“ im kulturellen Bereich. Als wir anfingen, in diesem Feld zu arbeiten, gab es den Begriff „Inklusion“ noch gar nicht. Wir redeten über „Integration“, stürzten uns voller Enthusiasmus in die kreative Zusammenarbeit und kümmerten uns weniger um Begrifflichkeiten. Das hat sich bislang nicht geändert, weil bei uns das Handeln und die konkrete Hilfe Vorrang haben.

Obwohl ich inzwischen auf viele Produktionen zurückblicken kann, habe ich noch immer das Gefühl, ein Neuling auf dem Gebiet zu sein. Das liegt vor allem daran, dass die Behinderungen und die Persönlichkeiten der Menschen mit Behinderung vielfältig sind und entsprechend groß das Spektrum an Überraschungen, das man in der kreativen Arbeit präsentiert bekommt. Jede einzelne Produktion hat große Freude und ich habe dazu gelernt. Bei Bedarf, gebe ich gerne Auskunft und beantworte persönliche Fragen und gebe Tipps.

Ich selbst habe eine Schwester mit Downsyndrom. Vielleicht hat mich das motiviert, 2009 mal ein Stück mit behinderten Menschen zu machen. Vielleicht war es der Umstand, dass wir in einem Haus der Gold Kraemer Stiftung proben und unsere Dankbarkeit zum Ausdruck geben wollten. Vermutlich gab es viele Gründe. Inzwischen machen wir jedes Jahr ein inklusives Stück und allen Beteiligten ist bewusst, dass alle davon profitieren. Bei „4 Neue Testamente“, haben vier Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen Regie geführt. Sie arbeiteten mit den gleichen acht Darstellern und die mussten sich auf sehr unterschiedliche Sicht- und Arbeitsweisen einstellen. Die Schauspielprofis waren alle sehr glücklich, für dieses Projekt ausgewählt worden zu sein und die Zusammenarbeit hat vielleicht nicht ihre Leben verändert, aber ganz sicher ihre Sichtweisen.

Es sind auch wichtige Freundschaften entstanden. Auch das ist ein schöner Aspekt.

Sascha von Donat, 02233 - 69 24 86 (donat@opernwerkstatt-am-rhein.de)

 

INKLUSION ALS AUSHÄNGESCHILD

Wenn man ein Stück als „inklusiv“ betitelt, führt das in der Praxis dazu, dass viele theateraffine Menschen, die im sozialen Bereich arbeiten oder ein behindertes Familienmitglied haben, in die Aufführung strömen. Alle anderen bleiben fern. Das liegt daran, dass sie annehmen, eine Art Mitleidstheater präsentiert zu bekommen. Ihnen ist das schöpferische Potential und der künstlerische Anspruch, den wir auch in diesen Produktionen verfolgen, in der Regel nicht bewusst.

Für uns war es ein schönes Erlebnis als wir mit der Produktion „Unter Irren“ beim „n.a.t.u.r festival bochum“ eingeladen waren. Die Zuschauer waren zum größten Teil Besucher, die sich viele Stücke des Festivals ansehen. Ihnen war nicht klar, dass Menschen mit Behinderung auf der Bühne stehen würden und sie waren ausschließlich sehr begeistert. Das ist für uns das Schönste. Wenn wir einem unbefangenem Publikum begegnen und dieses emotional mitreißen können.

 

 

PHASE ZWEI

Während wir früher von drei Sparten sprachen: 1. Musiktheater auf neuen Wegen, 2. Kinderstücke, 3. Inklusive Produktionen, ist es künftig unser Ziel, diese drei Sparten stärker zu verzahnen. So kann mal ein Bühnenbild zu einem Musical in einer Behindertenwerkstatt angefertigt werden, ein Kinderstück auf Grundlage eines Textes eines behinderten Autos entstehen etc. Das ist zum Teil nicht so sichtbar, eröffnet uns aber viele neue Möglichkeiten.

 

FESTER BESTANDTEIL DER SATZUNG

Neben der Nachwuchsförderung und der Musikvermittlung ist die Hilfe von Menschen mit Behinderung eines der wesentlichen Ziele der Opernwerkstatt am Rhein. Für unterstützen Menschen mit Behinderung, die sich für Theater begeistern. Manche unserer Ensemblemitglieder mit Behinderung haben eine professionelle Ausbildung als Darsteller. Andere (z.B. Menschen mit geistiger Behinderung, die in Deutschland unseres Wissens nach nicht an Schauspielschulen aufgenommen werden) bringen eine große Liebe zum Theater mit. Bei ihnen ist es meist der Enthusiasmus der uns begeistert und ansteckt.

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